Mittwoch, 17. Februar 2016

"Josef Frank: Against Design", 16.12.2015 – 12.06.2016, MAK, Wien


 „Man kann alles verwenden, was man verwenden kann“, proklamierte Josef Frank, einer der bedeutendsten österreichischen Architekten und Entwerfer der Moderne, und war mit diesem undogmatischen, anti-formalistischen Gestaltungsansatz seiner Zeit weit voraus. Mehr und mehr gilt Franks Architekturverständnis, das Gebrauchszweck und Komfort über formale Vorgaben stellte, als richtungsweisend. 


MAK-Ausstellungsansicht, 2015,
JOSEF FRANK: Against Design
MAK-Ausstellungshalle
© MAK/Aslan Kudrnofsky



Die Ausstellung JOSEF FRANK: Against Design gibt einen umfassenden Überblick über das vielschichtige OEuvre des Architekten und Gestalters und ist dabei weit mehr als eine Werkschau. Die MAK-Personale taucht in Franks komplexe gedankliche und schöpferische Strategien ein, die heute wieder von großer Aktualität sind.


Josef Frank, Brazil, 1943–1945
© Svenskt Tenn, Stockholm, Schweden
 


Der Ausstellungstitel Against Design bringt eine undogmatische Haltung auf den Punkt: Frank, der sich als Architekt mit allen Themen des Bauens und Wohnens auseinandersetzte, war auch als „Designer“ hochproduktiv und entwarf eine Fülle von Möbeln und Textilien. Innerhalb der internationalen Avantgarde nahm er allerdings eine äußerst kritische Position ein. Er sprach sich klar gegen die Idee des Gesamt-kunstwerks, standardisierte Garnituren und innovative Formen um ihrer selbst willen aus. 


Josef Frank, Teheran, 1943–1945
© Svenskt Tenn, Stockholm, Schweden
 

Weder den individuell künstlerischen Ansätzen der Wiener Werkstätte noch der funktional maschinellen Produktion – etwa im Gefolge des Bauhauses – konnte er viel abgewinnen. Frank bemühte sich um eine sozial und kulturkritisch motivierte Zweckdienlichkeit, um Wohlbefinden, Wohnlichkeit und stilistische Vielfältigkeit.


MAK-Ausstellungsansicht, 2015,
JOSEF FRANK: Against Design
MAK-Ausstellungshalle
© MAK/Aslan Kudrnofsky


Franks Werkgruppen – Möbel, Zeichnungen, Pläne und Textilien – werden in Against Design weitgehend im Original gezeigt und durch zeitgenössische Fotografien und Architekturmodelle ergänzt. Die Vergleiche zu anderen ArchitektInnen werden vor allem durch Reproduktionen visualisiert. Im Zusammenhang mit Franks Weiterentwicklung des Loos’schen Raumplans – Das Haus als Weg und Platz ist der Titel einer Schrift Franks – wird in der MAK-Ausstellungshalle eine Empore installiert, die eine dreidimensionale Erfahrung und den Blick von oben erlaubt. 


MAK-Ausstellungsansicht, 2015,
JOSEF FRANK: Against Design
MAK-Ausstellungshalle
© MAK/Aslan Kudrnofsky


"Josef Frank: Against Design"
 16.12.2015 – 12.06.2016


MAK-Ausstellungshalle
MAK, Stubenring 5,
1010 Wien

Öffnungszeiten:
Di 10 –22  Uhr,
Mi–So 10 –18 Uhr
Jeden Dienstag 18 –22 Uhr Eintritt frei

Eintrittspreise:
€ 9,90/ermäßigt € 7,50/Familienkarte € 13
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19

Mehr Informationen unter:
www.MAK.at