Donnerstag, 16. Juni 2016

SYMPOSIUM IM MAK: Das System Mode / Revisited: (Psycho-)Analytische Zugänge 24.-25.Juni 2016, Wien

DAS SYSTEM MODE / REVISITED: (Psycho-)Analytische Zugänge
Eine Kooperation der Wiener Psychoanalytischen Akademie und des MAK 
  


Ort
MAK-Vortragssaal
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Termin
24. – 25. Juni 2016
Eint
MAK-Eintrittskarte berechtigt zum Besuch des Symposiums
€ 9,90 / ermäßigt € 7,50 / Familienkarte € 13
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren










                   Carol Christian Poell: Humanhair armless Coat, Mailand, 1999 
                   Ausf. C.C.P.Srl., MAK/Georg Mayer


Der Begriff Mode durchdringt nahezu alle Lebensbereiche, am populärsten ist seine Bedeutung im Hinblick auf Kleidung. Was wir tragen, stellt nicht nur einen fundamentalen Faktor der Identitätsbildung im individuellen und kollektiven Sinne dar. Mode prägt das Bild von Menschen in kulturellen Räumen und Epochen, verweist auf gesellschaftliche Unterschiede, steuert und reflektiert das Rollenverhalten der Geschlechter. Mit Fokus auf den aktuellen Zeitgeist analysiert das im Rahmen der MAK-Ausstellung Mode-Utopien. Haute Couture in der Grafik (MAK-Kunstblättersaal, bis 4. September 2016) von der Wiener Psychoanalytischen Akademie in Kooperation mit dem MAK veranstaltete Symposium DAS SYSTEM MODE / REVISITED: (Psycho-) Analytische Zugänge (MAK-Vortragssaal, 24. – 25. Juni 2016) heimliche Beweggründe und unbewusste Bedeutungen modebewussten Verhaltens.

Die „Fashion Studies“ kristallisierten sich in den vergangenen Jahren als besonders bedeutsame theoretische Herangehensweise an Mode heraus. Als Ausdruck postmoderner Mentalität konstatieren sie eine „post-modische“ Kleidungskultur, die dem normierend-unterdrückenden Modecharakter emanzipatorische Tendenzen entgegenstellt. Damit ist der etablierte und institutionalisierte Modebetrieb im Sinne von Haute Couture und „Prêt-à-porter“ mit Modephänomenen im Sinne singulärer Extravaganzen oder eines normierungsmächtigen Street-Style konfrontiert, von welchen er nicht unbeeinflusst bleiben kann.
 
Neben literarischen Reflexionen sowie philosophischen, psychologischen und soziologischen Theorien der Mode hat auch die Psychoanalyse in den Generationen nach Freud ihre Fragen und Antworten in den thematischen Komplex eingebracht, um nicht zuletzt den Sexualtrieb als bedeutsamsten Beweggrund zur Entstehung von Kleidung und die erotische Signalwirkung der Mode in den Vordergrund zu stellen.
 
„Einen besonderen und von der Psychoanalyse nicht unbeeinflussten Aufschwung erlebte die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Kleidung und Mode durch den französischen Strukturalismus, wobei vor allem Roland Barthes 1967 in seiner Publikation Système de la mode die Bekleidung semiotisch analysierte und sie als besonderes Sprachsystem in die Alltagsmythen einreihte“, umreißt der Psychoanalytiker und Facharzt für Psychiatrie und Neurologie August Ruhs, Initiator des Symposiums, die Bedeutung einer auch kultur- und gesellschaftstheoretisch fundierten Psychoanalyse für die Auseinandersetzung mit Mode.
 
Das hochkarätig besetzte Symposium DAS SYSTEM MODE / REVISITED: (Psycho-)Analytische Zugänge nähert sich dem gegenwärtigen Stand der Modeforschung aus den Blickwinkeln verschiedener Disziplinen, mit dem Ziel, den für die Mode typischen Provokationen pointierte Aussagen entgegenzusetzen. Es sei denn, so Ruhs, dass Karl Lagerfeld bedingungslos beizupflichten wäre: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“
Programm und Liste der ReferentInnen unter: