Sonntag, 23. Juli 2017

"Die Sprachen des Textilen", 23.07. - 8.10.2017, Museum Villa Rot, Burgrieden-Rot


 
Walter Bruno Brix
Big Red Curtain

Interaktives Projekt, seit 2007
Foto: Installation am Marktplatz Münsingen
© Museum Villa Rot und Walter Bruno Brix



Die Ausstellung spürt des Sprachen des Textilen nach und ergründet die unzähligen sinnbildlichen Einschreibungen und Implikationen, die Gewebtes, Gewirktes, Gestricktes sowie deren Produktion bieten. Ebenso wie die Sprache definieren stoffliche Produkte unsere Identität. Wir können uns mit beidem ausdrücken, unsere Herkunft und Präferenzen kommunizieren, mit ihnen Geschichten erzählen und grundlegende Ordnungen herstellen.
Seit jeher dienten Textilien dazu, Gruppenzugehörigkeiten zu konstruieren und gemeinschaftliche Ideale auszudrücken. Bestimmte Kleidercodes, Verzierungen und Muster konnten Klassenunterschiede und regionale Eigenheiten verdeutlichen. In der heutigen globalen Welt sind historische Trachten jedoch zunehmend zum modischen Accessoire und zur touristischen Folklore geworden. Daher möchte die Werkschau unter anderem der Frage nachgehen, ob gemeinschaftsstiftende Bekleidungen heutzutage überhaupt noch existieren.
Am Beispiel der Schwäbischen Alb illustrieren Werke von Nanna Aspholm- Flik, Walter Bruno Brix, Janusz Czech, Daniela Scheil, Reiner Schlecker und Andrea Tiebel - Quast unterschiedliche Aspekte des Textilen innerhalb eines konkreten Kultutrraums. 
Für "inter!m- Räume" waren die 6 Kunstschaffenden eingeladen, für jeweils einen Monat in Münsingen zu identitätsbildenden Faktoren stofflicher Produkte auf der Alb zu recherchieren und intermediale Werke zu entwickeln, welche den Charakter und die Geschichte dieser Gegend widerspiegeln.
Das Projekt "inter!m- Räume" ist Teil der "lernenden Kulturregion Schwäbische Alb" und wird gefördert durch "TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel", einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und durch das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden - württemberg. Ergänzt wird die Schau durch Arbeiten von Beate Passow und Anahita Razmi.



Nanna Aspholm-Flik
Arbeiten aus der Reihe alb – damals, davor und jetzt, 2017
Unterschiedliche Stoffe, Stickereien
© Nanna Aspholm-Flik


Anknüpfend an die Gruppenausstellung „Die Sprachen des Textilen“ zeigt das Museum Villa Rot in seiner Kunsthalle Arbeiten der 1974 in Bukarest geborenen und heute in Berlin lebenden Künstlerin Anca Munteanu Rimnic. In ihrem vielschichtigen, multimedialen Werk fragt sie unter anderem nach der Möglichkeit visueller Ausdrucksformen solch komplexer Themen wie Heimatverlust und Identität. Begründet in ihrer Biografie, die von der Flucht aus der Heimat nach Deutschland im Alter von sechs Jahren geprägt ist, tauchen immer wieder bruchstückhaft Erinnerungen an die rumänische Herkunft auf, die sie zu sensiblen, manchmal absurd anmutenden Skulpturen, Videos und Installationen verarbeitet. Hierbei nutzt sie auch traditionelle handwerkliche Techniken, etwa rumänische Kelimteppiche, die sie in neue Kontexte überführt und so mit neuen Inhalten füllt. Wiederkehrende Motive sind hierbei Momente des Fehlens, der Instabilität und der Diskontinuität, die für die Künstlerin nicht nur eine biografische Relevanz besitzen, sondern allgemein menschliche Zustände visualisieren.



"Die Sprachen des Textilen"
Museum Villa Rot
Schlossweg 2
88483 Burgrieden- Rot


Öffnungszeiten:
Mi - Sa : 14-17 Uhr
So und Feiertags: 11- 17 Uhr

Mehr Informationen unter:
www.villa-rot.de