Donnerstag, 27. September 2018

"Netz Werke - Gerastertes und Verwobenes aus der Sammlung", 09.09. -11.11.2018, Kunstmuseum Olten, Schweiz



In thematischer Anbindung an die Hauptausstellung «Lucie Schenker, Edit Oderbolz, Reto Pulfer: weiche Raster» zeigen wir in der dritten Etage und im Treppenhaus Arbeiten aus der Sammlung, die textile Strukturen und Netz(werk)e prononciert zum Ausdruck bringen –technisch, formal und inhaltlich. Damit führt das Kunstmuseum Olten eine mittlerweile gut etablierte Tradition weiter. Im Dialog mit den Wechselausstellungen eröffnen die Sammlungspräsentationen einen zusätzlichen Resonanzraum und ermöglichen zugleich, die Bestände immer wieder unter neuen Aspekten in den Blick zu nehmen. Über mediale und zeitliche Grenzen hinweg finden so Hauptwerke und selten gezeigte Trouvaillen zueinander.

Einer Ästhetik des Gewobenen, Geflochtenen und Vernetzten verpflichtet, zeugen die Exponate vom vergangenen und gegenwärtigen Interesse Kunstschaffender an rasterartigen Ordnungen und Strategien des Verwebens. Neben Werken, in denen effektiv Stoffe, Fäden, Drähte o. Ä. verarbeitet werden, sind auch Arbeiten zu sehen, die eine Übertragung von Verfahren aus dem Bereich des textilen Handwerks in andere Techniken erkennen lassen. Linien, Flächen und Realitätsfetzen verbinden sich in Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen, Graphiken und Collagen zu Strukturen unterschiedlicher Strenge und Komplexität. Ornamental oder geometrisch, organisch gewachsen oder präzis konstruiert ordnen, trennen und vernetzen sie Formen und Inhalte. Ein Seitenblick gilt zudem dem Textilen als Bildgegenstand. Die Sammlungspräsentation rückt damit die faktische wie metaphorische Vielschichtigkeit textiler Strukturen in den Fokus und gibt Einblick in die Vielfalt an künstlerischen Positionen, die mit den spezifischen Qualitäten des Textilen operieren. 

Mit Werken von: Alice Bailly, Walter Bodmer, Vreny Brand-Peyer, Ernst Buchwalder, Marianne
Büttiker, Silvia Buonvicini, Paul Camenisch, Roman Candio, Bruno Cerf, Angel Duarte, Esther Ernst, André Evrard, Willy Fust, Clare Goodwin, Walter Grab, Fabrice Gygi, Adelheid Hanselmann, Urs Hanselmann, Haus am Gern (Barbara Meyer Cesta und Ruedi Steiner), Marguerite Hersberger, Johannes Itten, Emil Jenzer, Daniel Karrer, Daniela Keiser, Heiner Kielholz, Richard Paul Lohse, Jean-Luc Manz, Max Matter, Gaspare O. Melcher, Jos Nünlist, Meret Oppenheim, Marcel Peltier, Petra Petitpierre, Gottfried Roethlisberger, Clemens Roman, Christian Rothacher, Pia Schelbert, Katja Schenker, Heiri Strub, Verena Thürkauf, Christian Vetter, Anna Katharina Wieser, Oscar Wiggli und Werner Witschi 

Im «Schaufenster» für die diesjährige JKON-Preisträgerin zeigt Alizé Rose-May Monod (*1990) das Video «WE TAKE UP SPACE_» von 2017. Das Reenactment einer Videoarbeit von Carole Roussopoulos und Delphine Seyrig, welche 1976 Valérie Solanas «S.C.U.M. Manifesto» von 1967 lasen, verwebt mehrere Zeitebenen, Rezeptionsformen und Stränge feministischen Erbes zu einem Manifest sich kreuzender Linien.
 


Kunstmuseum Olten
Kirchgasse 8
CH – 4600 Olten

Öffnungszeiten:
Di-Fr 14-17 Uhr, 
Do 14-19 Uhr, 
Sa / So 10-17 Uhr


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